Herstellung von „Hägen“  

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Hägen(Stuhlkissen)
Bezeichnung für altfriesische Stuhlkissen, die auch in Überbreite für die Wagenstühle zur sonntäglichen Kutschfahrt genutzt wurden 

Herstellung
Aus reinwollenen zweifädigen Garnen in Smyrnatechnik
früher: auf einem Hochwebstuhl
heute: auf grobem Stramin mit einer stumpfen Stopfnadel.

Smyrnatechnik:
 
Kurze Schlingen (ca. 1-1,5 cm lang) werden mit 3 Fäden in der stumpfen Nadel genäht und reihenweise mit einer scharfen Schere aufgeschnitten. Es entsteht ein dichter Flor 
 

Farben
Vorwiegend hell- und dunkelblau mit weinrot, je nach den verschiedenen Mustern.

Muster: 
Verschiedene Motive; ein einfaches Randmuster, die Jahreszahl und ein Monogramm sind aber immer Bestandteil. 

Motive
Häufig Lebensbaum, Blüten oder Josua und Kaleb mit der Weintraube ; es lassen sich aber auch alle Kreuzstichmotive verwenden. Viele Vorlagen sind im Andersenhaus vorhanden.

 

 
Hägen in der Literatur

Im „Schleswig-Holsteinischen Kunstkalender“ von 1928/29 wird von einer nordfriesischen Kissenplatte berichtet, Größe 52x59 cm, Jahreszahl 1769, Motiv: die Kundschafter 
Josua und Kaleb mit der Weintraube 
 

Heinrich Sauermann, Begründer des Flensburger Kunstgewerbemuseums berichtet im Schleswig-Holsteinischen Kunstkalender von 1930/31, dass er 1893 zwei friesische Kissen zur Weltausstellung in Chicago für den niederdeutschen Prunkraum anfertigen ließ. 
 

Prof. Dr. Friedrich Paulsen (1846.1918), Philosoph und Pädagoge, geb. in Langenhorn, berichtet in seinem Buch „Aus meinem Leben“ (1910) über die Kunst der in Nordfriesland geknüpften Kissen (Seite 45).

Im Heimatkalender „Zwischen Eider und Wiedau“ (1994) beschreibt Lene Richardsen die Herstellung und Herkunft der Hägen (Seite 93-96).

Heute arbeiten engagierte Frauen diese Kissen im Andersen Haus als Geschenke zu besonderen Anlässen wie Hochzeit oder Konfirmation mit Jahreszahl und Monogramm. 
 

 

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