Führung durchs Andersen-Hüs

Das Uthlandfriesische Bauernhaus wurde 1723 fertiggestellt. Die Familie Andersen können wir bis 1550 in den Kirchenbüchern zurückverfolgen.

In der Küche finden wir die offene Feuerstelle mit dem dahinterliegenden Backofen und die Öffnungen zum Bilegger. Die Profile der Küchentür und Katschur sind im Original erhalten, das Ständerwerk zählt zu den Merkmalen dieses Haustyps. Tellerborde und Geschirr beeindrucken ebenso wie der alte Küchentisch und das nach alten Vorlagen (Mitte des 18. Jahrhunderts) gefertigte Gestühl aus dem Dorf. Im Backofen wird zum „Frühstück im Andersen-Haus“ gebacken. Küche und Dörnsch waren die einzigen beheizbaren Räume im Haus.

Die Kellerstube beeindruckt durch die erhaltenen Türen und die Front des Lukenbettes. In diesem Raum schliefen die Kinder.

Der Pesel dient heute als Sitzungszimmer. Die Wandfliesen im Pesel und in der Dörnsch stammen aus dem Meieristenhaus der Osterfelder Meierei.

Der Bilegger (eiserner Ofen) wird von der Küche aus geheizt und hat hübsche biblische Motive. Die Messinghaube auf dem Bilegger ist eine Warmhaltehaube für die Teekanne.

In dem durchgängigen Flur, der als besonderes Merkmal des uthlandfriesischen Bauernhauses gilt, finden wir die Süder- und die Nordertür. Der Flur trennt Stall und Wohnteil. Während die Südertür eher selten benutzt wurde, war die Nordertür Haupteingang des Anwesens. Eine Anekdote erzählt, dass der dänische König angeordert habe, letztere niedriger zu bauen, damit sich die störrischen Friesen nach Norden hin vor ihm ver­beugten, wenn sie das Haus verließen. Diese fanden jedoch eine prakti­kable Lösung und gingen rückwärts hinaus. Es wird auch berichtet, dass die Klockrieser Kirchgänger des Sonntags durch den Flur des Hauses gegangen sind, weil der alte Kirchensteig hier entlang geführt hat.

Im Giebelzimmer befindet sich ein Schlafraum, der mit alten Möbelstücken eingerichtet ist.

Im Dachgeschoss ist das Dorfarchiv untergebracht. Es beherbergt Materialien und Unterlagen aus der Geschichte Risum-Lindholms sowie die Literatur des Frasche Feriin for e Ååstermååre.

Die Ausstattung des Stalles ist so übernommen worden, wie sie vorgefunden wurde. In den Boxen wurden Bänke, Tische und Heizkörper eingebaut, um den Gästen einen angenehmen Aufenthalt in besonderer Atmosphäre zu bieten. Im Schweinestall wurde eine Küche installiert, und in dem Pferdestall ist eine Galerie entstanden für wechselnde Ausstellungen verschiedener abwechselnder Künstler.

In der Scheune ist ein Theater entstanden mit 120 Sitzplätzen und einer großen Bühne. Sie ist der kulturelle Mittelpunkt des Hauses, für Volkstanz bis Theater und Musik aller Stilarten, von Moderner bis Klassik. Die Gruppen des Vereins haben hier ihre Übungsabende und Auftritte.

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